Artikel Lexikon der Chemie

aluminothermisches Verfahren, Thermitverfahren, Goldschmidt-Verfahren, 1894 von H. Goldschmidt eingeführtes Verfahren zur kohlenstofffreien Gewinnung hochschmelzender Metalle (Chrom, Mangan, Vanadium, Cobalt, Silicium, Eisen u. a.) aus deren Oxiden durch Reduktion mit Aluminium, z. B. Cr2O3 + 2 Al → 2 Cr + Al2O3. Dazu wird das entsprechende Elementoxid mit Aluminiumgrieß vermischt und üblicherweise mit einer Zündkirsche (Gemisch aus Magnesiumpulver mit Bariumperoxid oder Kaliumchlorat) gezündet. Die Umsetzung verläuft stark exotherm, es werden Temperaturen über 2000 °C erreicht. Das gebildete Metall kann so zu einem kompakten Regulus zusammenlaufen, auf dem die zunächst flüssige Schlacke schwimmt. Das a. V. kann auch zum Schweißen von Eisenteilen, z. B. von Straßenbahnschienen, benutzt werden, indem in oben beschriebener Weise eine Mischung aus Eisenoxid mit Aluminium gezündet wird: 3 Fe3O4 + 8 Al → 4 Al2O3 + 9 Fe, ΔH = -2980 kJ/mol. Das flüssige Eisen bildet die Schweißnaht.

Die stets anfallende Al2O3-Schlacke kann als künstlicher Korund als Schleifmittel und zu feuerfesten Auskleidungen benutzt werden.

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