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Magazin | 01.01.2002
STAMMZELLFORSCHUNG

Die ersten geklonten menschlichen Embryonen

Jose B. Cibelli, Dr. Robert P. Lanza und Michael D. West
US-Forscher berichten, wie sie erstmals im Reagenzglas frühe Embryonen erzeugen konnten, die genetische Kopien eines erwachsenen Menschen sind. Damit ist die Möglichkeit, erkrankte Organe eines Patienten aus dessen eigenem Gewebe nachzuzüchten, deutlich näher gerückt.
Es waren nur winzige Punkte, aber sie bargen eine enorme Verheißung. Nach monatelangen Experimenten erblickten wir am 13. Oktober 2001 unter dem Mikroskop endlich das Ziel unseres Strebens: kleine Klümpchen aus sich teilenden Zellen, unsichtbar für das nackte Auge. So unscheinbar sie wirkten, so kostbar waren sie; denn es handelte sich unseres Wissens um die ersten menschlichen Klone: frühe Embryonen, die mittels Genomtransfer aus der Zelle eines Erwachsenen erzeugt worden waren.

Wir hofften sie mit etwas Glück dazu bringen zu können, sich durch wiederholte Teilung in Hohlkügelchen aus etwa hundert Zellen zu verwandeln. Aus diesen Keimbläschen oder Blastocysten wollten wir menschliche Stammzellen gewinnen, um daraus schließlich Ersatz für Nerven, Muskeln und andere Gewebe zu züchten. Doch leider entwickelte sich nur einer der Embryonen überhaupt weiter, und auch er erreichte lediglich das Sechs-Zellen-Stadium, bevor er aufhörte sich zu teilen. In einem anderen Expe-riment konnten wir dann allerdings menschliche Eizellen direkt dazu veranlassen, sich "parthenogenetisch" ? also ohne Befruchtung durch ein Spermium ? zu Blastocysten zu entwickeln. Für uns symbolisieren diese beiden Errungenschaften, auch wenn noch vieles zu verbessern bleibt, die Morgenröte eines neuen Zeitalters in der Medizin; denn sie haben das therapeutische Klonen einen großen Schritt näher gerückt.

Bei diesem Verfahren geht es darum, mit dem Erbgut von Zellen eines Patienten beispielsweise Gewebe der Bauchspeicheldrüse zur Behandlung der Zuckerkrankheit zu erzeugen ? oder Nervenzellen zur Reparatur des beschädigten Rückenmarks von Querschnittsgelähmten. Es unterscheidet sich deutlich vom reproduktiven Klonen, das darauf abzielt, einen geklonten Embryo in die Gebärmutter einer Frau einzupflanzen, die ihn dann als genetische Kopie der Spenderperson zur Wel
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