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Immunforschung

Impfen gegen Krebs

Sie sind selten und doch unverzichtbar: die dendritischen Zellen. Erst seit kurzem beginnen Wissenschaftler ihre zentrale Rolle bei der Immunabwehr genauer zu verstehen. Jetzt wollen sie die krakenähnlichen Zellen für den Kampf gegen Krebs rüsten.
 
Sie lieben es versteckt. In allen Körpergeweben, die Kontakt mit der Umwelt haben, liegen sie auf der Lauer. Ihre langen tentakelähnlichen Arme halten sie weit von sich gestreckt - ständig auf der Suche nach Krankheitserregern und deren Giftstoffen.

Sie sind es, die in den Schleimhäuten von Nase und Lunge mit als Erste ein Grippe-Virus registrieren, das wir in einer überfüllten U-Bahn eingeatmet haben. Sie sind es auch, die im Verdauungstrakt das Immunsystem alarmieren, wenn wir mit verseuchter Nahrung eine gefährliche Dosis "giftiger" Salmonellen verschluckt haben. Und von ganz besonderer Bedeutung ist ihre Präsenz in der Haut, wo sie als verborgene Wächter in ständiger Alarmbereitschaft stehen - für den Fall, dass Mikroben den äußeren Schutzwall unserer Oberhaut durchbrechen. Die Rede ist von den dendritischen Zellen, einer Untergruppe der weißen Blutkörperchen. Sie gehören zu den am wenigsten verstandenen, gleichzeitig aber auch faszinierendsten Akteuren des Immunsystems. Erst in den letzten Jahren konnten Forscher einen Einblick in jene geheimnisvollen Vorgänge gewinnen, mit denen diese Zellen ihre Kollegen in der Abwehr da­rüber aufklären, was zum Körper gehört und was fremd und damit potenziell gefährlich ist.

Dabei stellten sie Verblüffendes fest: Die merkwürdigen Zellen bringen die Immunantwort überhaupt erst in Gang und regeln gleichzeitig ganz entscheidend deren Art und Verlauf. So erwiesen sie sich als unverzichtbar für die Ausbildung eines immunologischen "Gedächtnisses", das Eindringlinge nach der ersten Bekanntschaft rasch wieder erkennt und bekämpft - die Grundlage für den Erfolg jeder Schutzimpfung. Dendri­tische Zellen erziehen aber auch das Immunsystem dazu, körpereigene Strukturen zu tolerieren und nicht zu attackieren.

Doch haben die Zellen auch ihre Schattenseiten. Werden sie zum falschen Zeitpunkt aktiviert, können sie Autoimmun-Krankheiten auslösen wie Lupus erythematodes, eine Erkrankung, bei der das Immunsys
 
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Spektrum der Wissenschaft
4 / 2003
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» Spektrum der Wissenschaft, 4 / 2003

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