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Magazin | 01.08.2003

Kommentar: Therapeutisch geklonte Kinder?

Pia Prasch
Künstlich erzeugte Eizellen sorgen für Zündstoff in der Diskussion ums therapeutische Klonen
Und wieder haben wir der Natur ein Stückchen mehr Macht entzogen: Embryonale Stammzellen einer Maus entwickeln sich in der Petrischale zu Eizellen (Science 300, S. 1251, 2003). Sollten sie sich als fruchtbar erweisen, wäre dies ein folgenschwerer Triumph: Denn wenn sich auch fruchtbare menschliche Eier züchten ließen, bedeutete das eine technische Hürde weniger für das therapeutische Klonen.

Der Forschungszweig ist auf gespendete Eizellen angewiesen. Beim therapeutischen Klonen wird die Erbsubstanz (die DNA) einer ausdifferenzierten Körperzelle in eine Eizelle eingeschleust, deren Kern zuvor entfernt wurde. Aus diesem künstlichen Gebilde entwickelt sich ein Embryo, dessen Erbgut mit demjenigen des DNA-Spenders identisch ist. Die Stammzellen des Embryos können zu jedem Zelltyp und im Prinzip auch zu Ersatzorganen herangezüchtet werden, die - so hofft man - vom Immunsystem des genetischen Zwillings nicht mehr abgestoßen werden. Das würde völlig neue Chancen für die Therapie schwerer Krankheiten eröffnen.

Um Eizellen spenden zu können, muss eine Frau ovulationsfördernde Medikamente schlucken und sich einem chirurgischen Eingriff unterziehen. Dennoch stellen im Ausland viele Spenderinnen gegen Geld Keimzellen zur Verfügung. Könnten künstlich erzeugte Eizellen die natürlichen ersetzen, wäre das therapeutische Klonen zumindest vom Vorwurf des Handelns mit Keimzellen befreit.

Das ethische Problem wäre damit aber nur für diejenigen gelöst, die frühe Embryonen für nichts weiter als "aktivierte Eier" oder bloße Zellhäufchen halten. Für alle anderen verschärft sich die Diskussion, seit bekannt ist, dass therapeutisches Klonen im Prinzip auch zur Fortpflanzung eingesetzt werden kann. Ist die Technik erst ausgereift, steht zu erwarten, dass nicht nur die Zucht maßgeschneiderter Ersatzorgane als therapeutisch angesehen wird. Eine unfruchtbare Frau könnte "geheilt" werden, wenn in der Petrischale aus geklonten Stammzellen mit ihrer DNA fruchtbare E
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» Spektrum der Wissenschaft, 8 / 2003
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