Isabella Heuser ist Direktorin der Klinik und Hochschulambulanz für Psychiatrie und Psychotherapie an der Charité Berlin.
Isabella Heuser
Die Suche nach einer Wunderwaffe gegen das Altern läuft auf Hochtouren. Erfolgsversprechende Strategien gibt es viele. Doch welche machen uns tatsächlich jünger als wir sind?
Michael B. ist 72 Jahre alt – doch das sieht man ihm nicht an: Seine Haut ist leicht gebräunt, die Figur schlank und sportlich. Wenn er lacht, strahlen seine weißen Zähne. Als mich B. das erste Mal in meiner Praxis besucht, begrüßt er mich im perfekt sitzenden Anzug und mit festem Händedruck.
Eigentlich, eröffnet er das Gespräch, habe er in der Sprechstunde einer Psychiaterin ja nichts verloren. Er habe jedoch im Internet gelesen, dass ich mich mit Altersmedizin und der Wirkung von Hormonen auf das Gehirn beschäftige. Er wiederum sei hoch motiviert, alles zu tun, um den Alterungsprozess in seinem Körper aufzuhalten. Während des Sprechens greift er in seine Tasche und baut auf dem Tisch eine Reihe von Tiegeln, Fläschchen und Tablettenpackungen auf: unter anderem ein Polypeptid-Spray, das »Wachstumshormone lockt«, Melatoninpillen, ein Testosteron-Gel, das »Powerhormon« DHEA, Gingko-Dragees, Multivitamine, Crème de Mer und zuletzt Cialis, ein Mittel gegen erektile Dysfunktion ...
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Die Diagnose Alzheimer-Demenz hat nichts von ihrem Schrecken verloren. Nach wie vor ist die schleichende und unaufhaltsame Krankheit unheilbar - doch Forscher lüften immer mehr Schleier des Vergessens.
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