Die kosmische Inflation ist möglicherweise das lang
gesuchte Schlüsselexperiment der Stringtheorie. Ist
unser Universum tatsächlich nur eines von vielen?
Eigentlich könnten Kosmologen ganz zufrieden mit "ihrem" Universum
sein. Es besitzt einen Radius von beachtlichen 46 Milliarden
Lichtjahren, und Trilliarden von Sternen bevölkern ihn. Offensichtlich
aber genügt ihnen nicht einmal das. Denn in der Kosmologie
des 21. Jahrhunderts dürfte folgende Vorstellung eine wichtige Rolle
spielen: die nämlich, dass unser bekanntes Universum – die Summe all dessen,
was wir beobachten (könnten) – möglicherweise nur eine winzige Region
in einem ungleich größeren Raum ist.
Denn als Nebeneffekt bringen kosmologische Theorien häufig verschiedene
Arten von Paralleluniversen hervor, die zusammen mit dem unseren ein großes
"Multiversum" bilden (siehe "ParallelUniversen" von Max Tegmark, Spektrum
der Wissenschaft 8/2003, S. 34). Freilich besteht kaum Hoffnung, solche
anderen Universen jemals direkt beobachten zu können – sei es, weil sie
zu weit entfernt sind oder auf andere Weise von unserem Kosmos isoliert sind.
Obwohl sie jenseits unseres Universums existieren, könnten einige der
Paralleluniversen aber dennoch mit ihm in Wechselwirkung treten. Dann
könnten wir die entsprechenden Effekte direkt nachweisen. Dies folgern
Kosmologen aus der Stringtheorie, die als führende Kandidatin einer vereinheitlichten
Beschreibung der grundlegenden Kräfte in der Natur gilt. Die
fundamentalen "Strings" oder Fäden, die ihr den Namen gaben, sind extrem
klein. Doch aus den Gesetzen, denen ihr Verhalten folgt, sagen Stringtheoretiker...