Wie ist der "romantische Abend zu zweit" verlaufen? Hier
kommt die Auswertung des Experiments, zu dem wir in der vergangenen Juliausgabe mit einem Preisausschreiben aufgerufen haben.
Wir hatten Sie in unserem
Preisausschreiben (Spektrum
der Wissenschaft 7/2007, S.
96) gebeten, sich auf ein unbekanntes
Spiel einzulassen. Eingekleidet in
die Geschichte einer Verabredung mit einer
reizvollen Person, bestand die Aufgabe darin,
durch Wählen einer Zahl in einem gewissen
Intervall eine möglichst hohe Punktzahl zu
erreichen. Dieselbe Aufgabe stellt sich auch
dem Spielpartner, den man nicht kennt und
mit dem man sich nicht verständigen kann.
Die Punktzahl, die jeder Spieler erhält, hängt
nicht nur von der eigenen Wahl, sondern
auch von der des Partners ab.
Ein Spieler – nennen wir ihn Alex – muss
also versuchen, die Zahl, die seine unbekannte
Partnerin wählen wird, möglichst genau
einzuschätzen. Dabei wird er berücksichtigen,
dass diese – die im Folgenden Bianca heißen
soll – ihrerseits eine hohe Punktzahl erzielen
will und zu diesem Zweck versucht, Alex’
Zahl vorherzusagen.
Diese Situation ist genau das, was die
Spieltheorie ein "Spiel" nennt. Durch die romantische
Rahmenhandlung wollten wir klarmachen,
dass es nicht darum geht, besser abzuschneiden
als der Partner oder auf dessen
Kosten einen Vorteil zu ergattern. Jeder sollte
nur daran interessiert sein, seine Punktzahl zu
maximieren.
Wie verhalten sich Menschen, wenn sie das
Verhalten ihres unbekannten Partners abzuschätzen
haben und ihnen keine anderen Anhaltspunkte
zur Verfügung stehen als die
Spielregeln selbst? Das ist insbesondere dann
der Fall, wenn...