Anton Zeilinger jongliert mit den Rätseln der Quantenwelt.
Er lässt Makromoleküle interferieren, erzeugt verschränkte
Photonen und überträgt damit Quantendaten kilometerweit.
Wer Anton Zeilinger an seinem Institut für Quantenoptik
und Quanteninformation (IQOQI) in Wien besucht,
betritt geschichtsträchtigen Boden. Der Gebäudekomplex
in der Boltzmanngasse beherbergte schon in der
Monarchie physikalische Institute, auf dem Dach prangt noch immer
eine Krone, und über einem Eingang waren noch in den 1960er
Jahren, als ich dort Theoretische Physik studierte, die Spuren der
Lettern "k.u.k." zu ahnen. Nur ein paar Schritte, und man steht am
Kopf der Strudlhofstiege, nach der Heimito von Doderer seinen bekanntesten
Roman benannte.
Als geschichtsträchtig erwies sich mein Besuch in Wien auch in
einem engeren, biografischen Sinn. Wie sich im Gespräch herausstellte,
studierte Zeilinger nicht nur am selben Institut, sondern hatte
davor auch dasselbe Gymnasium besucht, und dort hatte uns derselbe
Physiklehrer für die Naturforschung begeistert. Während es
mich jedoch im späteren Leben in Richtung Strudlhofstiege zog, zu
Literatur und Publizistik, konzentrierte sich Zeilinger beharrlich und
äußerst erfolgreich auf eine Serie raffinierter Experimente zu Grundfragen
der Quantenphysik, die weltweit Aufsehen erregt haben.
Die prinzipielle Originalität seiner Arbeiten besteht – abgesehen
von ihrer handwerklichen Raffinesse – darin, dass...
Sie können den Artikel als
PDF-Datei abrufen (aus lizenzrechtlichen Gründen fehlen evtl. Abbildungen):
Teilchenbeschleuniger: Vorstoß in die Physik des 21. Jahrhunderts • Hightech-Teleskope: Bis an die Grenzen des Universums • Raumfahrt: Aufbruch zu unseren kosmischen Nachbarn • … »