Eigentlich sollte das Immunsystem krebsartiges Gewebe eliminieren. Doch schaffen es Tumorzellen, Teile der Körperabwehr für sich einzuspannen. Erst dadurch können
sie ungehemmt wuchern.
Vor mehr als 500 Millionen Jahren entwickelten die ersten vielzelligen Lebewesen ein Arsenal von Enzymen und anderen Proteinen, die speziell zur Verteidigung gegen Eindringlinge dienten. Dieses urtümliche Immunsystem unternahm einen heftigen, wohlkoordinierten Angriff auf alle Mikroorganismen oder Giftstoffe, die das Außenskelett eines Tiers aus dem Kambrium überwunden hatten: Seine Bestandteile stanzten Löcher in Zellwände, schieden chemische Gifte aus oder schluckten und verdauten den Feind einfach mit Haut und Haar. Waren die Eindringlinge besiegt, wurden die beschädigten Zellen des Organismus vom Immunsystem repariert oder – wenn sie zu stark in Mitleidenschaft gezogen
waren – endgültig abgetötet.
Diese Entzündungsreaktion funktionierte so gut, dass sie in großen Teilen mehr als eine halbe Jahrmilliarde Evolution überdauerte. Woher wir das wissen? Untersuchungen ergaben, dass wir viele Immungene mit den einfachen Taufliegen gemeinsam haben, obwohl sich der Stammbaum von Wirbeltieren und Wirbellosen schon vor über 500 Millionen Jahren trennte.
Allerdings interessierten sich die Mediziner lange Zeit kaum für dieses recht grobschlächtige angeborene Immunsystem: Es galt als Truppe chemischer Haudegen, die...
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Teilchenbeschleuniger: Vorstoß in die Physik des 21. Jahrhunderts • Hightech-Teleskope: Bis an die Grenzen des Universums • Raumfahrt: Aufbruch zu unseren kosmischen Nachbarn • … »