William B. Atwood, Peter F.
Michelson und Steven Ritz
sind Mitglieder des internationalen
Glast-Teams. Atwood, derzeit
außerplanmäßiger Professor an der
Universität von Kalifornien in Santa
Cruz, war an zahlreichen Experimenten
zur Teilchenphysik beteiligt,
unter anderem jenem am Linearbeschleuniger
des SLAC im kalifornischen
Stanford, bei dem die
Quarks entdeckt wurden. Außerdem
ist er ein anerkannter Geigenbauer.
Michelson ist Professor an der
Universität Stanford und Chefwissenschaftler
des Large Area Telescope
von Glast. Er untersuchte
zunächst Phänomene der Supraleitung
und entwickelte Instrumente
zum Nachweis von Gravitationswellen,
bevor er sich der Astrophysik
zuwandte. Ritz, Astrophysiker am
Goddard Space Flight Center der
Nasa und außerplanmäßiger Professor
an der Universität Maryland,
ist Projektwissenschaftler der Glast-
Mission und komponiert in seiner
Freizeit.
William B. Atwood,
Peter F. Michelson und Steven Ritz
Das Weltraumteleskop Glast wird einen nahezu
unerforschten
Teil des Gammahimmels ins Visier nehmen. Astronomen
hoffen auf Erkenntnisse über Dunkle
Materie und andere rätselhafte Phänomene.
Schon in wenigen Wochen öffnen Wissenschaftler
ein neues Fenster zum
Universum. Im Mai nämlich startet
die US-Weltraumbehörde Nasa ihr
"Gamma-ray Large Area Space Telescope"
(Glast). Mit diesem Gammastrahlungsteleskop
werden Astronomen den rätselhaften Phänomenen
in der Umgebung von supermassereichen
Schwarzen Löchern und Neutronensternen
auf den Grund gehen können. Doch
Glast ist nicht die einzige neue "Entdeckungsmaschine". Nur wenig später werden Teilchenphysiker
mit Hilfe des Large Hadron Collider
(LHC), der derzeit am europäischen Teilchenforschungszentrum
Cern bei Genf in Betrieb
genommen wird, die fundamentalen Bausteine
der Natur und ihre Wechselwirkungen auf
kleinsten Distanzen in den Blick nehmen –
genauer, als es je zuvor möglich war (siehe
"Ring der Erkenntnis" von Gerhard Samulat,
Spektrum der Wissenschaft 9/2006, S. 80).
Das Schönste an dieser Doppelpremiere:
Möglicherweise stoßen die Forscher bei beiden
Experimenten auf dieselben mikroskopischen
Phänomene. Glast wird sie in der Weite des
Kosmos entdecken, während sie im LHC unter
den künstlichen Bedingungen einer Beschleunigeranlage
auftreten. Solche spannenden
und geradezu revolutionären Zeiten erlebt
die Wissenschaft nur selten.
Gammastrahlen liegen am energiereichsten
Ende des elektromagnetischen Spektrums, sie
verfügen über die höchsten Energien und daher
die kürzesten Wellenlängen. Somit sind sie
erheblich energiereicher als sichtbares Licht
und selbst als Röntgenstrahlen. Gammaphotonen
tragen so viel Energie, dass...
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Teilchenbeschleuniger: Vorstoß in die Physik des 21. Jahrhunderts • Hightech-Teleskope: Bis an die Grenzen des Universums • Raumfahrt: Aufbruch zu unseren kosmischen Nachbarn • … »