Kernenergie ist schlecht. Kernkraftwerke sind gefährlich. Deshalb müssen sie abgestellt werden. Das zumindest verbreiten einige Politiker. Doch ist das sinnvoll? Was passiert wenn die Kernkraftwerke abgeschaltet werden?
Das Ziel Deutschlands ist erklärtermaßen, den Kohlenstoffdioxidausstoß zu verringern. Dazu soll bis zum Jahr 2020 der Anteil der Alternativen Energieformen am Energiemix auf bis zu 30% erhöht werden. Ein wünschenswertes Ziel.
Aber in der gleichen Zeit soll der Atomaustieg vollzogen werden. Deutschland hat einen Anteil von 28% Atomenergie am gesamten Energiemix. Das heißt, wenn wir aus der Atomenergie aussteigen und die Alternativen Energien ausbauen, ändert sich nichts am Anteil von Kohle- und Erdöl am Energiemix und der CO2 Ausstoß wird nur minimal verringert. Das ist auch gefährlich. Sogar sehr sicher, denn es treibt den Klimawandel an.
Was also getan werden soll, ist eine mögliche Gefahr (Atomkraftwerke) gegen eine sichere Gefahr (Klimawandel) einzutauschen. Kein guter Tausch. Vor allem, da die Ängste vor Atomkraftwerken größtenteils durch den Gau von Tschernobyl getragen werden. Jedoch hätte dieser Gau verhindert werden können, wenn alle Sicherheitstests vor der Inbetriebnahme des Reaktors durchgeführt worden wären. Zudem wird dieser relativ unsichere Reaktortyp nicht mehr gebaut, womit die Risiken doch stark dezimiert wären.
Außerdem bleibt der Risikofaktor eines Unfalls in einem Kohlekraftwerk. Beispielweise wenn es einen Brand gäbe und das Kraftwerk explodieren würde. Dann würde überall Kohlestaub verteilt werden und somit lägen die Feinstaubwerte sicher so hoch wie in Discotheken oder Bars.
Jonas Reuter, Bonn
Antwort der Redaktion:
Mehr zu Ihrer Einschätzung werden Sie in der April-Ausgabe von Spektrum der Wissenschaft lesen können. Dort wird der Mainzer Physikprofessor Konrad Kleinknecht über die "Energieversorgung in Zeiten des Klimawandels" schreiben.
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