Suat Özbek ist Nachwuchsgruppenleiter am Institut für Molekulare
Evolution und Genomik der Universität Heidelberg. Seine Forschungsarbeit an Minikollagenen des Süßwasserpolypen
begann er während seiner Habilitation am Biozentrum Basel. Sebastian Meier ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Carlsberg-
Laboratorium in Kopenhagen. Er promovierte am Biozentrum
Basel und arbeitet an der Struktur und Dynamik von Biomolekülen.
Ein unscheinbares Nesseltier, aber Vielzeller wie wir, illustriert an seinen Miniatur-Kollagenen, wie schon winzige Mutationen große Sprünge erlauben – und gleichzeitig gleitende Übergänge, wie die Evolutionstheorie sie fordert.
Evolution heißt Entwicklung und bedeutet nichts anderes, als dass eine Struktur aus der anderen hervorgeht. Veränderungen vollziehen sich auf der Ebene der Erbsubstanz DNA, äußern sich aber in den Proteinen, deren Bauanweisungen in den Genen verschlüsselt sind. Wer Evolution auf molekularer Ebene verstehen will, muss daher Form und Funktion der Proteine im Auge behalten.
Wie bei allen komplexen Problemen bietet es sich an, auf einer einfachen Stufe zu beginnen, wo die Dinge überschaubarer sind. Wir beschäftigen uns daher mit einer Familie kleiner kollagenartiger Eiweißstoffe bei einem einfachen Vielzeller – dem zu den Nesseltieren gehörenden Süßwasserpolypen. Und daran konnten wir am Institut für Molekulare Evolution und Genomik der Universität Heidelberg und am Biozentrum Basel kürzlich rekonstruieren, wie die Geburt einer neuartigen räumlichen Proteinstruktur im Lauf der Evolution verlief,
und sie sogar im Labor nachstellen.
Mehr noch, wir entdeckten dabei eine verblüffende Übergangsform, erst im Reagenzglas und dann auch in der Natur: Das Molekül konnte...
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Teilchenbeschleuniger: Vorstoß in die Physik des 21. Jahrhunderts • Hightech-Teleskope: Bis an die Grenzen des Universums • Raumfahrt: Aufbruch zu unseren kosmischen Nachbarn • … »