Der Geograf Bernhard Eitel ist Rektor der Universität Heidelberg
und war zuvor Direktor des Geographischen Instituts der Universität. Seine Forschungsschwerpunkte sind Geomorphologie, Bodengeografie, Geoarchäologie.
und Paläoumweltforschung.
Globale Erwärmung beendete die letzte Eiszeit vor etwa
11 500 Jahren. Doch auch seitdem machten der Menschheit
kühle, trockene Phasen zu schaffen. Als Reaktion darauf
entstanden am Rand großer Wüsten die ersten Hochkulturen.
Ungewohnt milde Winter oder extrem heiße Sommer – unser Klima
verändert sich, Ausmaß und Folgen lassen sich noch kaum absehen.
Über die Ursachen wird gestritten, doch ob von Menschen gemacht oder von natürlichen Zyklen bestimmt, die globale Erwärmung
verlangt neue Strategien des Überlebens.
Wie dramatisch Klimawandel die Entwicklung unserer Kultur beeinflussen kann, zeigt
der Blick in die ferne Vergangenheit: Vor etwa 18 000 Jahren erwärmte sich die Erde, das Ende der letzten großen Eiszeit nahte. Innerhalb von neun Jahrtausenden kletterte die globale
Durchschnittstemperatur von weniger als 10 auf 15 Grad Celsius (eine Erhöhung des derzeitigen weltweiten Mittelwerts um 1,1 bis
6,4 Grad innerhalb des 21. Jahrhunderts halten Experten für möglich). In vielen Regionen verbesserten sich die Lebensbedingungen, doch dramatische Kälteeinbrüche stürzten die
Menschen immer wieder in existenzielle Krisen.
Indem sie diese meisterten, lernten...
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