Im ersten Abschnitt wird gesagt, dass das einmal entstandene CO2 nicht mehr aus der Atmosphäre zurückgeholt werden kann. Zitat: Einmal entstanden, kann es von dort nicht mehr zurückgeholt werden.
Meines Wissens stimmt das nicht, denn Pflanzen zum Beispiel benutzen CO2 bei der Photosynthese, um daraus Glukose zu machen. Als ich dies gelesen habe, hat mir der Artikel irgendwie keinen Spaß mehr gemacht, obwohl ich das Thema sehr spannend finde. So ein Fehler darf nicht passieren denke ich, sofern meine Behauptung stimmt. Der ganze Artikel danach ist in meinen Augen dann nicht mehr lesenswert, wenn solche Fehler passieren.
Daniel Neike, Aachen
Antwort der Redaktion:
Lieber Herr Neike,
wenn Sie in meinem Buch (Wer im Treibhaus sitzt - wie wir der Klima- und Energiefalle entkommen, Piper Verlag München 2007) die Seite 163 aufschlagen, sehen Sie die Entwicklung der CO2-Konzentration von 1957 bis 2006, gemessen von Charles Keeling auf Mauna Loa, Hawaii. Daraus können sie entnehmen, dass in der Tat im Sommer die Pflanzen der Nordhalbkugel den CO2-Gehalt der Atmosphäre geringfügig absenken ( um etwa 5 ppm), im Winter geht der Wert dann wieder nach oben, weil die Blätter abfallen und vermodern. Die Südhalbkugel hat viel weniger Pflanzen, deshalb der Effekt der "Atmung" der Biosphäre.
Aber dieser Effekt wird überlagert vom unaufhaltsamen Anstieg der CO2-Konzentration durch die Verbrennung der fossilen Brennstoffe Kohle, Erdöl, Erdgas und durch die Abholzung oder das Abbrennen der Regenwälder zur Gewinnung von Bioethanol. Dieser Anstieg von 280 ppm im Jahr 1840 auf 385 ppm im Jahr 2006 kommt daher, dass das anthropogene CO2 überwiegend nicht im Meer gelöst werden kann, sondern in die Atmosphäre geht und dort bleibt. Wie Sie sehen, ist der menschengemachte Anstieg (105 ppm) inzwischen 20-mal größer als der jährliche Atmungseffekt der Biosphäre.
Wir verbrennen im Augenblick so viel fossile Brennstoffe, wie in 10000 Jahren (in der Karbonzeit vor 400 Millionen Jahren) durch Photosynthese und anschließende anaerobe Zersetzung gebildet wurden. Das sind 28 Milliarden Tonnen CO2.
Macht es Ihnen jetzt wieder Spaß, die Sache etwas genauer anzusehen?
Mit besten Grüßen,
Konrad Kleinknecht.
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