Die Geografin und Botanikerin
Stefanie Nussbaum forscht als
Archäobotanikerin am Institut für
Ur- und Frühgeschichte an der
Universität Köln. Der Botaniker und
Ökologe Frank Darius arbeitet am
Geographischen Institut der
Hochschule.
Forscher rekonstruieren die Vegetation der Ostsahara zu Zeiten des Klimawandels.
Atemberaubend! Dieses Wort trifft den
Eindruck der vor Hitze flimmernden
Fels und Dünenlandschaft der Ostsahara
wohl am ehesten. Dabei fällt es schwer
sich vorzustellen, dass eine der trockensten
Wüsten der Erde einst Tier und Mensch eine
Heimat bot. Doch Bohrkerne, gewonnen aus
den Sedimenten einstiger Seen, enthalten
Pollen und andere organische Materialien,
die nach einer Radiokarbondatierung verraten:
Um 8500 Jahre v. Chr. änderte sich das
Klima im Zentrum der Ostsahara (heute
großteils zu Ägypten, zu einem geringen zum
Sudan gehörig). Es regnete genug, um Pflanzenwuchs
zu ermöglichen, der Jäger und
Sammler aus dem Süden und dem Niltal anlockte.
Das wiederum lässt sich aus den zahlreichen
Siedlungsplätzen ablesen.
Frühestens 2500 Jahre später begann dort
die Viehzucht, insbesondere die Domestikation
des Rinds, wenngleich die Jagd weiterhin
eine wesentliche Lebensgrundlage blieb. Wie
man früher den Herden der Antilopen, Gazellen
und anderen Beutetieren durch die weiten
Ebenen gefolgt war, zogen die Viehzüchter
nun mit ihren Rindern durch die Ostsahara.
Um 5300 v. Chr., auch das erzählen Pflanzenreste
und Siedlungsplätze, nahm der Niederschlag
wieder ab. Bald blieben nur noch die...
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