Douglas N. C. Lin wurde in New
York geboren, wuchs in Peking auf,
besuchte die McGill University in
Montreal (Kanada), promovierte
an der University of Cambridge
(England), war Postdoc an der
Harvard University und ging dann
an die University of California,
Santa Cruz. er ist Gründungsdirektor
des Kavli-instituts für Astronomie
und Astrophysik der Universität
von Peking. Als begeisterter
Schifahrer kann er auf persönliche
Erfahrungen mit Eiskörnchen
und Schneegrenzen zurückgreifen.
Lange glaubte man, die Entstehung von Planeten sei ein vorgezeichneter
Prozess, der zu einem absehbaren Ergebnis führt.
Doch wie sich jetzt herausstellt, verläuft er erstaunlich chaotisch.
Nach kosmischen Maßstäben
sind Planeten bloß unbedeutende
Brocken. In der großen
Geschichte des expandierenden
Universums spielen sie nur eine unwesentliche
Rolle. Dennoch stellen sie die vielseitigste
Klasse astronomischer Objekte. Nirgendwo
sonst im Weltall ist ein derartig
komplexes Zusammenspiel astronomischer,
geologischer, chemischer und biologischer
Prozesse zu beobachten wie in und auf Planeten.
Und nicht zuletzt: Diese Gebilde
sind die einzigen Orte, auf denen Leben
entstehen und existieren kann – zumindest
so, wie wir es kennen.
In unserem Sonnensystem unterscheiden
sich die Planeten extrem voneinander.
Kaum zu glauben, dass es in den Tiefen des
Kosmos dennoch völlig andere Welten gibt
als die uns vertrauten. Aber wie sich in den
letzten Jahren herausstellte, in denen die
Astronomen mehr als 250 Exoplaneten entdeckt
haben, ist es genau so.
Hinsichtlich ihrer Masse, Größe und Zusammensetzung
können sich Exoplaneten
so krass voneinander unterscheiden, dass es
schwerfällt, ihre Entstehung als einen einheitlichen
Vorgang nachzuvollziehen. Während
meines Studiums in den 1970er Jahren
neigte man noch zu der Annahme...
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