Im Artikel wird berichtet, dass der Chip eine eindeutige Identifikation enthält, die von jedem Scanner gelesen werden kann. Mit dieser Methode ist die Fälschungssicherheit nur dann gegeben, wenn es dem Fälscher nicht möglich ist, ein Duplikat des Chips zu produzieren.
Was kann einen Fälscher davon abhalten, sich die entsprechenden Produktionsmittel zu verschaffen und die (vorher ohne Probleme von einem echten Chip lesbare) Identifikation auf einen selbstproduzierten RFID-Chip zu übertragen? Dies müsste ja nicht einmal ein Pulver-Chip sein, so lange der Scanner die "richtige" Identifikation liest.
Thomas Bayer, Karlsruhe
Antwort der Redaktion:
Wahrscheinlich liegt das größte Hindernis für einen Fälscher in der Tat bei der Beschaffung der Produktionsmittel. Die Produktion von Chips, auch stäubchengroßen, erfordert einen ungeheuren technischen Aufwand, der sich nur durch Massenproduktion bezahlt macht. Das grenzt den Kreis der Täter im Wesentlichen auf die James-Bond-Schurken ein. Oder man müsste die Produktionsabteilung bei Hitachi unterwandern. Ich nehme an, dass dort entsprechende Vorkehrungen getroffen worden sind.
Gegen einen Kriminellen, der tatsächlich Stäubchen duplizieren kann, helfen immer noch "Big-Brother"-Verfahren: Der Zentralcomputer verifiziert nicht nur die Nummer jeder Banknote, sondern merkt sich, wann und wo sie einem Scanner vorgezeigt wurde, und schlägt Alarm, wenn dieselbe Nummer mehrfach so auftaucht, dass sie unmöglich von derselben Banknote kommen kann (jetzt in Hamburg und fünf Minuten später in München). Das trifft dann möglicherweise den Inhaber des echten Exemplars – ganz abgesehen davon, dass eine wesentliche Eigenschaft des Bargelds, seine Anonymität, dabei verlorengeht.
Christoph Pöppe, Redaktion