In dem Artikel wird erwähnt, der Abstand zu sehr weit entfernten Galaxien könne mit Überlichtgeschwindigkeit wachsen, ohne dies näher zu erläutern. Wie geht das?
Könnte es sein, daß die für eine Expansion erforderliche Energie in ferner Zukunft (100 Billionen Jahre?) aufgebraucht ist und es dann doch noch zu einer Kontraktion des Universums kommt. Sehen wir dann die Sterne vielleicht wieder?
Gerhard Lohe, Düsseldorf
Antwort der Redaktion:
Die erste Frage lässt sich mit Hilfe der Expansion des Raums beantworten. Der Abstand zwischen zwei weit voneinander entfernten Galaxien kann tatsächlich mit Überlichtgeschwindigkeit wachsen. Das bedeutet nicht, dass sie sich mit einer solchen Geschwindigkeit durch den Raum bewegen würden - das verbietet Einstein nach wie vor -, sondern dass der Abstand wächst, weil der Raum zwischen den Galaxien expandiert. Die Galaxien werden vom expandierenden Raum gewissermaßen voneinander weggerissen. Bei großen Entfernungen - wenn also sehr viel Raum zwischen den Galaxien liegt, der expandieren kann - führt dies dann sogar dazu, dass sie sich mit scheinbarer Überlichtgeschwindigkeit voneinander entfernen.
Zur Frage, ob wir die Sterne zuerst aus den Augen verlieren, (viel) später aber wiedersehen könnten: Es ist durchaus vorstellbar, dass ein durch den Urknall angetriebener, expandierender Kosmos sich mit der Zeit immer langsamer ausdehnt, weil die Gravitation der Materie im Universum dieser Entwicklung entgegenwirkt. Eines Tages würde der Kosmos dann beginnen, sich wieder zusammenzuziehen (und wir bekämen die Sterne wieder zu Gesicht), um schließlich in einem "Big Crunch", dem Pendant zum Urknall, zu kollabieren.
Die aktuelle Datenlage spricht aber nicht für dieses Szenario. Vielmehr scheint sich die Expansion des Universums sogar zu beschleunigen. Grund dafür ist möglicherweise eine "Dunkle Energie", über die man allerdings wenig weiß – auch nicht, ob sie in ferner Zukunft "aufgebraucht" ist.
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