Planck und Einstein waren und blieben zwei Menschen aus verschiedenen Welten. Ohne Zweifel war Einstein der geniale und kühne Physiker seiner Zeit, aber er war dabei ganz untypisch. Es gab „Einstein und die anderen Physiker“, wie ein Zeitgenosse sagte. Dass er nach Berlin kam und fast 20 Jahre blieb, war in erster Linie Max Planck zu verdanken.
Planck war 1933 Präsident der KWG sowie Sekretär der Preußischen Akademie und schon 75 Jahre alt. Wenn Einstein über ihn schreibt „60% edel“, so ist das sehr auf seine eigene Person und den Moment bezogen. Der Artikel ist ebenso auf Einstein zentriert und kann schon deshalb Planck nicht gerecht werden. Die Überschrift im Text „Plancks Feigheit vor dem Freund“ ist starker Tobak. Wer seiner Zeitgenossen hätte das so gesehen? Einstein war bereits im Ausland, also in Sicherheit. Da waren Lise Meitner (später) und andere in einer schwierigeren Lage. Planck war für die KGW und die Akademie verantwortlich. Gar keine einfache Situation. Hatte er nach den Schicksalsschlägen und in seinem Alter überhaupt noch die Kraft, die jetzt nachträglich von ihm verlangt wird? Sieht man Bilder aus jener Zeit, kommen einem Zweifel.
1979 hat sich sogar ein Bundespräsident als Planck-Kritiker hervorgetan. Die Antwort darauf vom Physiker Albert Unsöld wurde schließlich doch noch - ein Jahr später - in derselben Zeitschrift gedruckt. Es lohnt sich, sie heute, gerade nach diesem Artikel, noch einmal zu lesen: Physikalische Blätter 36(1980)S.337-339.
Dr. Fred-Jürgen Breit, Zwingenberg
An der Nasenspitze?
Menschliche Gesichter verraten allen einiges, nur auf unterschiedlichen Wegen