Navigation
vdi-nachrichten.com spektrumdirekt Spektrum der Wissenschaft Sterne und Weltraum Gehirn&Geist epoc Spektrum der Wissenschaft Verlag
Anzeige

Nachfolger gefunden



Die Riesenschildkröte <i>Aldabrachelys gigantea</i>
© Dennis Hansen
Aldabrachelys gigantea frisst Früchte
Diese Aldabra-Riesenschildkröte (Aldabrachelys gigantea) könnte eine einzigartige Pflanze vor dem Aussterben bewahren, hoffen Forscher um Dennis Hansen von der Universität Zürich.

Seit die Menschen im 17. Jahrhundert die Insel Mauritius bevölkert haben, gingen die meisten der dort heimischen Vögel und Echsen verloren. Das Aussterben der Lebewesen bereitet aber auch den endemischen Pflanzen Schwierigkeiten. Denn um ihre Samen möglichst weit entfernt von der Mutterpflanze zu verbreiten, benötigen sie die Hilfe dieser Tiere. In der Nähe ihres Erzeugers sind sie vermehrt spezifischen Räubern, Krankheitserregern und Pflanzenfressern ausgesetzt, die sich in dessen Umgebung anhäufen - so zumindest erklärt es das so genannte Janzen-Connell-Modell.

Ob dieses allerdings auch auf ozeanischen Inseln wie etwa Mauritius anwendbar ist, untersuchten die Forscher jetzt zum ersten Mal. Als Versuchsobjekt diente ihnen die gefährdete Pflanze Syzgium mamillatum. Seit Pflanzenfresser wie etwa der flugunfähige Dodo, Riesenschildkröten und -echsen auf Mauritius ausgestorben sind, bleiben die Früchte dieser Pflanze bis zur Verwesung in unmittelbarer Umgebung der Mutterpflanze liegen, was ihre Überlebenschancen senkt. Um die Lücken im Ökosystem wieder zu schließen, versuchten die Forscher deshalb eine Schildkröte einzusetzen, die die Früchte der Pflanze verzehren sollte: die Aldabra-Riesenschildkröte.

Mit Erfolg: Die "Ersatzschildkröten" trugen die Samen weit weg von der Mutterpflanze, und somit erging es deren Keimlingen später deutlich besser. Außerdem schien auch die Verdauung der Schildkröten einen positiven Beitrag zu leisten: Passierten die Früchte den Magen-Darm-Trakt, so wuchsen die Jungpflanzen höher, schmückten sich mit mehr Blättern und litten seltener unter den Schäden natürlicher Feinde als Samen, die ohne tierische Hilfe ausgesät wurden. Eventuell ein neuer Ansatz für die Naturschutzmaßnahmen seltener und bedrohter Pflanzen auf Inseln im Ozean.

Leserbrief schreiben

zu 'Nachfolger gefunden'
nicht artikelbezogen

bitte angeben, wenn Sie eine Antwort wünschen
E-Mail-Adresse darf angezeigt werden
Beitrag darf veröffentlicht werden
Folgende Zahl bitte eingeben.
Icon Abonnement Icon RSS
Lesershop Lesershop Icon Kontakt
Lesershop
Das Poster gibt Ihnen einen Einblick über die wichtigsten Ereignisse zur Zeit Karls des Großen. »
Vom Kometenring zur Welteninsel • Scheibe, Staub & Schwarzes Loch • Der Kreislauf der Materie • Die Nische, in der wir leben • Wie Sterne entstehen • Supernovae und »Lokale Blase« • Forschung im... »
 
Abonnement
Verpassen Sie keine Ausgabe der vierteiligen Gehirn&Geist Serie zum Thema Kindesentwicklung. Ausgabe 1: Babys verstehen und fördern; Ausgabe 2: Was Kleinkinder brauchen; Ausgabe 3: Schulzeit... »
 
Science-Shop
Stephan Lamprecht
Jenseits des Hypes: Wieso der Second-Life-Traum zerplatzt und warum YouTube so erfolgreich ist. »
 
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
Impressum - AGB
szmtag