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THE LANCET   09.05.08
 
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Kampf gegen Medikamentenfälschungen

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Der aktuelle Leitartikel diskutiert das wachsende Problem gefälschter Medikamente und beleuchtet einen Fall in Amerika, wo die in verwendeten Heparinproben gefundenen Verunreinigungen möglicherweise den Tod von mindestens 18 Patienten verursacht haben könnten.

Der Leitartikel bemerkt, dass die US-Arzneimittelbehörde (FDA) in den Jahren 2000 bis 2006 eine 80-prozentige Zunahme bei neu gefälschten Medikamenten feststellen konnte. In den Entwicklungsländern, wo eine behördliche Medikamentenüberwachung nur geringfügig oder überhaupt nicht vorhanden ist, könnten etwa 10 bis 30 Prozent der Medikamente gefälscht sein. Insbesondere Malariamittel stellten für Fälscher ein lohnendes Ziel dar, und Fälschungen haben den Markt vieler asiatischer Länder überflutet.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO, die Länder und die pharmazeutische Industrie haben alle ihre zugewiesene Rolle im Kampf gegen Medikamentenfälschungen zu spielen. Der Leitartikel bemerkt: "Der WHO zufolge haben nur 20 Prozent ihrer Mitgliedsstaaten eine gut entwickelte behördliche Medikamentenkontrolle, etwa 30 Prozent haben keine oder schwache Regelungen. Arzneimittelbehörden müssen außerdem effektiv mit Zollbehörden, Polizei, Wissenschaft, Gesundheitsbediensteten, WHO und INTERPOL zusammenarbeiten. Diese Form eines gemeinschaftlichen Ansatzes hat sich in Südostasien im Kampf gegen gefälschte Malariamittel als erfolgreich erwiesen. Die pharmazeutische Industrie sollte verpflichtet werden, Verdacht auf Fälschungen der entsprechenden nationalen Arzneimittelbehörde zu melden – gegenwärtig eine nur freiwillige Vorgehensweise. Die Firmen müssen zudem ermuntert werden, die Preise ihrer Produkte in den Entwicklungsländern zu senken, um so den wirtschaftlichen Anreiz für Fälscher zu mindern."

Das Editorial folgert: "Es gibt kein Allheilmittel im Kampf gegen Medikamentenfälschungen. Die Länder müssen mehrgleisige und fachübergreifende Ansätze einführen, um diesem Problem zu begegnen. WHO und Spenderländer sollten den Entwicklungsländern Unterstützung anbieten, damit diese ihre behördliche Medikamentenkontrolle ausbauen können. Allerdings ist eine Verpflichtung der jeweiligen Regierung für diese Zielsetzung unumgänglich. Ohne diese Verpflichtung wird die öffentliche Gesundheit weiterhin gefährdet sein."

Quelle: Editorial. Combating counterfeit drugs. Lancet 2008; 371: 1551
 
http://www.thelancet.com
 
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