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Übersicht
Erhöhtes Risiko herzkreislauf-bezogener Todesfälle bei Karotisgeräuschen Karotisgeräusche – eine Verstopfung der Halsschlagader (welche Kopf und Nacken mit Blut versorgt) anzeigende Geräusche – erhöhen das Risiko herzkreislauf-bezogener Todesfälle und Herzinfarkte erheblich, folgern die Autoren eines aktuellen Artikels. Die voraussagenden Folgerungen eines Karotisgeräusches haben sich meist auf Gehirnblutungen konzentriert, jedoch hat die Ungewissheit dieser Vorhersagen einige Organisationen, darunter die US Preventive Services Taskforce sowie die Canadian Task Force veranlasst, vom routinemäßigen Abhören (Auskultation) auf Karotisgeräusche abzuraten. Dr. Christopher Pickett vom Walter Reed Army Medical Centre im US-amerikanischen Washington und Kollegen unternahmen eine Metaanalyse von 22 früheren, 17295 Patienten umfassenden Studien. Diese Patienten wurden im Mittel für vier Jahre nachuntersucht. Die Forscher stellten fest, dass Patienten mit Karotisgeräuschen gegenüber jenen ohne solchen Befund ein nahezu doppelt so hohes Herzinfarktrisiko hatten, sowie ein fast zweieinhalbfach höheres Risiko, einen herzkreislauf-bezogenen Tod zu erleiden. In den vier Studien, die einen direkten Vergleich von Patienten mit oder ohne Karotisgeräusche ermöglichten, hatten jene mit Geräuschen erneut ein mehr als doppelt so hohes Risiko eines Herzinfarkts oder eines Herzkreislauf bezogenen Todes. Die Autoren folgern: "Unsere Studie zeigte, dass in Gegenwart von Karotisgeräuschen die Wahrscheinlichkeit eines herzkreislauf-bezogenen Todes oder eines Herzinfarkts erheblich gesteigert war. Eine Auskultation von Karotisgeräuschen bei Patienten mit hohem Risiko für Herzerkrankungen könnte helfen, jene auszuwählen, die von einer offensiven Strategie zur Änderung ihrer herzkreislauf-bezogenen Risiken profitieren würden." In einem begleitenden Kommentar diskutieren Dr. Victor Aboyans und Dr. Philippe Lacroix vom Dupuytren Universitätskrankenhaus im französichen Limoges die Effektivität von Karotisgeräuschen zur Vorhersage in den Praxen allgemeiner Ärzte, wie auch in ärmeren Ländern, wo komplexere Diagnosemethoden nicht zur Verfügung stehen. Die Forscher bemerken jedoch, dass bei Patienten ohne Karotisgeräusche andere klinische Anzeichen einer Herzkreislauferkrankung bestehen, und folgern daher: "Zukünftige Studien an symptomfreien Patienten sind notwendig, um den vorhersagenden Wert einfacher kombinierter klinischer Anzeichen wie der Auskultation des Nackens und der Leistengegend sowie das Pulsfühlen zu untersuchen." Quelle: Christopher Pickett and others. Carotid bruits as a prognostic indicator of cardiovascular death and myocardial infarction: a meta-analysis. Lancet 2008; 371: 1587-1594 http://www.thelancet.com |
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