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Lieber Bescheidenheit als Aprilscherze

von Otto Schult, Haubourdinstr. 4, 52428 Jülich
Kosmische Spekulation oder Wirklichkeit?

In ihrem Artikel über "Das Kosmische Vergessen" schreiben die Autoren "Doch was in der Physik wirklich zählt, sind natürlich direkte Beobachtungen" und im letzten Absatz "Bescheidenheit scheint in jedem Fall angebrachter als Selbstzufriedenheit". Beiden Aussagen wird der wissenschaftlich interessierte Laie voll und ganz zustimmen. Wie versteht er aber als Relativitätstheorie-Amateur IN KÜRZE, dass sich die Galaxien "schneller voneinander entfernen, als sich das Licht bewegt"? Und, wenn dann "Wissenschaftler in 100 Milliarden Jahren in den Himmel blicken" sollen, drängt sich die Frage auf, wie lange uns die Sonne dazu Zeit lässt.
Bislang fehlt uns jede direkte Beobachtung außerirdischen Lebens. Warum üben die Autoren dann nicht Bescheidenheit? Oder war ihr Aufsatz ein später Aprilscherz? Spekulation ist etwas für die Börse, aber nicht für die Physik und auch nicht für die Kosmologie! Phantasie, die sich an der Realität orientiert, ist erlaubt. Wann liefern uns die Multi-Universen- Freaks endlich solide Beweise für deren Existenz? Und wo sind solide Beweise im Artikel über das kosmische Vergessen?
Otto Schult, Haubourdinstr. 4, 52428 Jülich
 
Antwort der Redaktion:
Zumindest die Frage nach der Möglichkeit, ob sich Galaxien mit Überlichtgeschwindigkeit voneinander entfernen können, sei hier beantwortet: Sie können. Sie bewegen sich zwar nicht entsprechend schnell durch den Raum, das verbietet Einstein. Doch wenn sie nur weit genug voneinander entfernt sind, liegt so viel Raum zwischen ihnen, der sich im Rahmen der kosmischen Expansion ausdehnt, dass sich ihr Abstand ständig vergrößert. (Auch ohne ihr "Zutun" übrigens: Die betrachteten Galaxien müssen dabei keinerlei Eigenbewegung im Raum aufweisen.) Sie bewegen sich also nicht durch den Raum, sondern werden vom expandierenden Raum gewissermaßen voneinander fortgerissen. Dagegen hätte auch Einstein keine Einwände.
 
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