| Deutsche Website |
|
Übersicht
'World Mental Health Day' startet 'Movement for Global Mental Health' The Lancet veröffentlicht ein Jahr nach der richtungsweisenden Serie zur weltweiten psychischen Gesundheit einen Artikel, der den Start des 'Movement for Global Mental Health' am 'World Mental Health Day' (WMHD) ankündigt. Der Artikel wurde von zwei maßgeblichen Autoren der Lancet-Serie, Professor Vikram Patel von der London School of Hygiene and Tropical Medicine und Professor Martin Prince vom Institute of Psychiatry am King’s College London sowie Kollegen verfasst. Das Thema des diesjährigen WMHD am 10. Oktober lautet "Making Mental Health a Global Priority - Scaling Up Services through Citizen Advocacy and Action" und nutzt Informationen aus der Lancet-Serie, um weitere Bemühungen bezüglich eines umfassend informierten Eintretens des Gesundheitswesens für psychische Gesundheit auf allen Ebenen in allen Ländern anzuregen. Seit Beginn der Lancet-Serie im September 2007 wurden entsprechende Bemühungen auf Länderebene in Australien, Brasilien, Chile und den USA ins Leben gerufen, ein Projekt wird am 17. Oktober 2008 in Indien gestartet. Alle diese Ereignisse wurden von Politikern, Verbraucherzentralen und Fachleuten begleitet und erzielten eine umfassende Medienberichterstattung. Typische Beispiele des in nur einem Jahr erzielten Fortschritts finden sich in Brasilien, Vietnam und Indonesien. Im Januar 2008 rief Brasilien die 'Support Teams for Familiy Health Teams' ins Leben, deren Aufgabe darin bestand, die Verbindung zwischen psychischer Gesundheitsfürsorge und primärer Fürsorge durch Integration der beiden Konzepte zu verstärken. Die vietnamesische 'National Taskforce on Community Mental Health System Development' wurde im Februar 2008 mit zwei Zielsetzungen eingerichtet. Sie sollte zum einen für den Zeitraum 2011 bis 2015 nationale Strategien zur psychischen Gesundheitsfürsorge entwickeln und zum anderen die vietnamesische Regierung zu einer Anhebung des Etats der psychischen Gesundheitsfürsorge anregen, wie es der Aufruf der Lancet-Serie empfohlen hatte. Diese Aufstockung würde jährlich etwa 2,00 US-Dollar pro Person betragen (von verschwindend geringen 0,18 US-Dollar auf 1,86 US-Dollar). Die indonesische 'National Taskforce on Community Mental Health System Development' nahm im Juni 2008 mit Unterstützung des australischen Centre for International Mental Health in Melbourne und Finanzierung verschiedener Spender ihre Arbeit auf. Ihre Aufgabe wird sein, Systeme zur psychischen Gesundheitsfürsorge auf Distrikt- und Provinzebene zu stärken. Das 'Movement for Global Mental Health' (www.globalmentalhealth.org) umfasst nicht nur die maßgeblichen Autoren der Lancet-Serie, sondern wurde erweitert, um eine größere Vertretung von Konsumenten, Frauen und weltweiter Zivilbevölkerung einzubinden. Die Autoren stellen fest: "Diese Bewegung ist keine Organisation. Sie hat keine Satzung, keinen Amtssitz, kein Präsidentengremium und keine finanziellen Mittel. Jede Person und jede Organisation kann dieser Bewegung beitreten; hierzu notwendig ist allein die Unterstützung der spezifischen Zielsetzungen, also die Erweiterung der Hilfsangebote und der Schutz der Menschenrechte für Personen, die mit psychischen Störungen leben müssen." Die Bewegung hat fünf vorrangige Maßnahmen vorgeschlagen: Absicherung der weltweiten Fürsprache, Systeme zur Entwicklung, darunter spezifische Hilfsmaßnahmenpakete, Förderung der Forschung, Ausbau der Leistungen und Überwachung des Fortschritts in den Ländern beim Ausbau der psychischen Gesundheitsfürsorge. Die Autoren folgern: "Das Netzwerk aus den diesen Zielsetzungen verpflichteten Einzelpersonen und Organisationen wird Grundlage dieser Bewegung sein. Auf Grund der gemeinsamen Wertvorstellungen und koordinierten Maßnahmen, welche die enorme Motivation und Kreativität der verschiedenen Interessengruppen der psychischen Gesundheit nutzbar machen, wird diese Bewegung danach streben, die Ziele zu erreichen. Letztendlich hoffen wir, dass wesentliche Verbesserungen im Ausbau der Hilfsangebote für Menschen mit psychischen Störungen erreicht werden. Dies wäre, neben den Erfolgen bei der HIV/AIDS-Behandlung sowie der Überlebensrate von Müttern und Kindern, einer der großen Erfolge der öffentlichen Gesundheit unserer Zeit." Ein begleitender Kommentar bemerkt: "Die Bewegung 'Movement for Global Mental Health' setzt sich zusammen aus Anwendern, Anbietern, Wissenschaftlern, Institutionen, Zivilbevölkerung und politisch Verantwortlichen. Die Bewegung ist wahrhaftig global und umfassend. Die Internetseite zeigt bereits die breite Mannigfaltigkeit der Partner, die den Aufruf der Bewegung, in Aktion zu treten, unterzeichnet haben. Die nächste Phase der Bewegung wird sein, den Rahmen der Forschung zu erweitern, befürwortende Anstrengungen zu entwickeln, weitere Finanzierung einzuwerben und politisch Verantwortliche zu gewinnen. Ein Zeugnis des Fortschritts wird auf einem Gipfeltreffen zur psychischen Gesundheit ausgestellt werden, dass am 2. September 2009 in Athen beim 'World Forum on Mental Health' stattfindet." Quelle: Vikram Patel and others. The Lancet's Series on Global Mental Health: 1 year on. Lancet 2008; 372: 1354 http://www.thelancet.com |
|||||||||||